Werner Engelmann
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6) Gendern-Ideologie entlarvt

 

 

 

 

6.   Wie die Gendern-Ideologie sich selbst entlarvt

 

 

Eine Theorie mit revolutionärem Anspruch hat ihre Validität zu erweisen, sowie Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit ihrer „revolutionären“ Umwälzungen. Das wissen auch Gendern-Ideologen.

So sucht man krampfhaft, „wissenschaftliche Belege“ zu finden, durch „Assoziations-Studien“ - auch diese in der Regel aus den USA importiert. Dabei arbeitet man mit Laborsituationen, die Probanden aus ihrer natürlichen Umgebung reißen, sowie mit statistischen Erhebungen. Danach rufen „maskuline“ Begriffe (im Sinne einer grammatischen Kategorie) „männliche“ Assoziationen (im Sinne von Geschlecht) hervor -  vermeintlicher „Beleg“ für die Prägung des Bewusstseins durch          „Männersprache“. Wie in der Gendern-Ideologie, wird auch hier, unhinterfragt, „maskulin“ als formale grammatische Kategorie gleichgesetzt mit „männlich“ als Geschlecht.

 

    Außen vor bleiben bei dieser statistischen Methode die nach der Psycholinguistik entscheidenden Konstituenten: die konkreten Lebensbedingungen und Erfahrungen der Probanden. Anders ausgedrückt: Sie weist die gleichen Fehler auf wie Theorie und Praxis der Gendern-Bewegung.

Das hier angewandte Verfahren nennt die Hermeneutik „zirkelschlüssig“, d.h. man setzt voraus, was man „beweisen“ will, indem man reale kausale Zusammenhänge durch postulierte ersetzt - und als „Ergebnis“ dann das erhält, was man vorher eingespeist hat.

 

Daher fordert der Sprachwissenschaftler Prof. Peter Eisenberg „eine sorgfältige Prüfung, was (…) vom Gebrauch der Wörter in Laborsituationen für den öffentlichen Genderdiskurs relevant ist und was nicht.“ 21 Das aber unterbleibt geflissentlich.

 

Franzosen würden, was hier von der Gendern-Bewegung provoziert wird, „dialogue des sourds“ (Taubstummendialog) nennen.

Und Erich Kästner hatte eine solche Art von Methodik schon 1932 in brillanter Weise karikiert: „…Und sie stellen durch Stiluntersuchungen fest, dass Cäsar Plattfüße hatte.“ 22

 

 

Die Gendern-Ideologie - das ist die Ironie - entlarvt sich mit ihrer Methodik selbst - oder besser: sie würde dies tun, so man denn eine öffentliche Diskussion dazu zuließe. Denn Studien, welche der Gendern-Ideologie widersprechen, sind „weniger bekannt“ und sollen es wohl auch bleiben.

Wie die „Zeit“ zu berichten weiß, kamen nämlich spanische                   „Forschende“ schon 2014 auf die Idee, den Probanden statt „maskulin“        kodierter Begriffe „genderneutrale“ Begriffe vorzulegen.

Und siehe da: Die Häufigkeit „maskuliner“ Assoziationen war nahezu identisch. 23

Nach seriöser Sprachforschung in Psycholinguistik und Ontogenese kann das auch nicht anders sein. Denn die reale Ursache, das konkrete sprachprägende gesellschaftliche Umfeld wurde nicht erfasst, und die sprachliche Form der Begriffe ist für das Bewusstsein relativ bedeutungslos.

 

Die Verfasserin dieses „Zeit“-Artikels hat dies durchaus erkannt und bestätigt diese Analyse: „Psychologisch ist das plausibel.“ Und sie erkennt auch die Scheinlogik der Gendern-Ideologie. 24

 

Merkwürdig widersprüchlich wird es allerdings, wenn die gleiche Autorin schlussfolgert: „Eine gegenderte Sprache muss nicht nur der grammatischen Kategorie Maskulinum etwas entgegensetzen – denn deren Macht ist begrenzt –, sondern auch unserem männerzentrierten Denken und Genderstereotypen.“

 

    Nach Gendern-„Logik“ hieße das (und das legt die Autorin nahe), durch noch massivere Dauer-„Sichtbarkeit“ nachzuhelfen, das widerspenstige „männerzentrierte Denken“ also mit dem psychologischen Holzhammer zu bearbeiten. Dies kennzeichnet eine der Gendern-„Logik“ innewohnende Tendenz, in einen sich im Selbstlauf verstärkenden „Circulus Viciosus“ einzutreten.

 

    Die Weiterentwicklung von Werbung zu suggestiver Dauerberieselung in „Public Relations“ hat dies vorgemacht: Man gibt vor, nichts mehr verkaufen zu wollen, sondern versucht „nur“ noch, das Verhalten generell mittels unbewusster psychologischer Mechanismen in seinem Sinne zu steuern. 

 

     Eine rationale Überlegung legt freilich eine völlig andere Interpretation nahe: Hier hat die Gendern-Bewegung sich selbst als Don-Quijoterie entlarvt, die, in eine fiktive Welt sich hineinsteigernd, im Kampf gegen Windmühlenflügel die Welt zu verändern meint.

 

 

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21   Aus Politik und Zeitgeschichte, Geschlechtergerechte Sprache, 5-7/2022 (bpb, 31.01.2022), S. 35

 

22    „Die Entwicklung der Menschheit“, https://www.deutschelyrik.de/die-entwicklung-der-menschheit.html

 

23    „Gendern: Und trotzdem denken die meisten an Männer“,

https://www.zeit.de/wissen/2022-06/gendern-geschlechter-sprache-sprachbilder-neutralitaet, 28.06.2022

„Doch psycholinguistische Experimente entlarven solche („genderneutrale“) Wörter in Bezug auf die Geschlechtergerechtigkeit als ähnlich problematisch wie die generischen Maskulina. Enthielt dieser Satz ein generisches Maskulinum, dann handelten die Geschichten in 9,87 von 16 Fällen von Männern. War er geschlechtsneutral formuliert,      in 9,6.“

Die Autorin verweist dabei auf eine „weniger bekannte“ spanische (!) Studie von 2014 (!): Herunterzuladen unter: Mickanetal2014_kls.pdf : „Key is a llave is a Schlüssel: A failure to replicate an experiment from Boroditsky et al. 2003, “Article in Yearbook of the German Cognitive Linguistics Association · December 2014“ .

- Der Artikel wurde hochgeladen von Anatol Stefanowitsch am 3.11.2015. Doch ist nicht erkennbar, wo er auf deren Ergebnisse eingegangen wäre, die seinem Ansatz deutlich widersprechen. - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.   

         

 

24  „Denn Wörter erhalten ihre Kraft erst durch Assoziationen. Die sie in den Köpfen von Leserinnen und Hörern erwecken. Ihre Bedeutungen stecken nicht in dem Wort selbst, sondern in dem Gehirn, das das Wort erfasst. Und so kann ein Wort wie Hilfskraft nur so geschlechtsneutral sein, wie es das Denken der Menschen ist.“ 

 

 

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