Werner Engelmann
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fluechtlings theater- kleiner-prinz.de Werner Engelmann
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 1) Inhalt und Zusammenfassung in Thesen

 

 

 

 

Inhalt:

 

           

Zusammenfassung:

           

I.  Ideologiefreie Linguistik, Menschenrechte

    und universaler Feminismus                                            S. 2

 

II. Zusammenfassung:

     Kritik an der Gendern-Bewegung in 23 Thesen                     S. 3      

 

 

 

Text:

 

 

     Vorbemerkung zur Problematik

     vor dem aktuellen politischen Hintergrund                           S. 5 

 

1.  Diskreditierung der Frauenbewegung statt Kontinuität           S. 6 

  

2.  Eindimensionales Sprachverständnis

     und Abstraktion vom Wesentlichen                                       S. 7

 

3.  Universales Menschenbild

     kontra rückwärtsgewandtem „Differentialismus“                    S. 8

 

4.  Gendern im Journalismus:

     Zum Problem der Trennung von Nachricht und Meinung        S. 10  

           

5.  Gendern und demokratische Defizite

     in Medien und öffentlichemDiskurs                                       S. 13  

 

6.  Wie die Gendern-Ideologie sich selbst entlarvt                      S. 16  

 

7.  Gendern, Destruktion der Grammatik und ihre Folgen           S. 18  

 

8.  Gendern und konservative Gegenstrategien:

     Selbstbild versus reale politische Funktion                            S. 22  

 

9.  Gendern in der Krise: Umkehr aus einer Sackgasse?             S. 25                                                                                                                                                                       

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Zusammenfassung in Thesen:

 

 

 

I.    Ideologiefreie Linguistik, Menschenrechte

      und universaler Feminismus:

 

 

1.   Sprachliche Begriffe schaffen nicht Wirklichkeit, sondern bezeichnen sie.

Nicht Sprache an sich formt das Bewusstsein. Vielmehr bilden sich sprachliche Begriffe wie auch Bewusstsein im Zuge aktiver Auseinandersetzung mit der umgebenden Wirklichkeit heraus. (Abschn. 2)

 

 

2.   Bei natürlicher Sprachentwicklung passt sich die Sprache einer veränderten Wirklichkeit an. Dies geschieht durch Neuinterpretation bereits vorhandener Begriffe.

Dabei werden die Grundfunktionen der Sprache in vollem Umfang erhalten: einerseits die Realität möglichst differenziert abzubilden, andererseits die Kommunikation in einer Sprachgemeinschaft zu gewährleisten. (Abschn. 2)

 

 

3.   Wirklich „gendersensibles Sprechen“ realisiert sich dadurch, dass man sich auf das Wesentliche der Kommunikation konzentriert: auf korrektes, der Situation angemessenes Sprechen und verstehendes Interpretieren.

Das Sprachsystem voluntaristisch auf den Kopf zu stellen, das schädigt den demokratischen Diskurs und die Gemeinschaft. (Abschn. 2)

 

 

4.   Echter, universell orientierter Feminismus (wie bei Élisabeth Badinter) knüpft an der UN-Menschenrechtserklärung an.

Er betont die Gleichheit der Geschlechter im Sinne der Menschenrechte sowie in rechtlicher, ökonomischer und sozialer Hinsicht. (Abschn. 3)

 

 

5.   "Der Weg zu Gleichheit ist Gleichheit.“

Die Beseitigung von überkommenen patriarchalen Denkweisen erfolgt durch Veränderung der Realität, nicht durch sprachliche Fiktionen.

 

 

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II.  Kritik an der Gendern-Bewegung in 23 Thesen:

 

 

 

1.   Das Selbstbild der Gendern-Bewegung in Deutschland ist geprägt vom Wunsch, über Veränderung der Sprache Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu erlangen.

Sie gibt sich dem Trugschluss hin, Realität zu verändern, indem man sie anders benennt. (Vorbemerkung, Abschnitt 5)   

 

 

2.   Ihr scheinbar „linkes“ Konzept der Realisierung von Gleichheit der Geschlechter sowie ihr Selbstbild als vermeintliche gesellschaftliche Avantgarde spiegeln die von der Realität abgehobene Diskussion in akademischen Kreisen wider.

Selbstbild, Theorie und Praxis klaffen stark auseinander.

(Vorbemerkung, Abschnitt 5)

 

 

3.   Die Gendern-Bewegung stellt keine Fortentwicklung der historisch erfolgreichen Frauenbewegung dar. Vielmehr benutzt sie diese zur Verschleierung und diskreditiert sie.  (Abschnitt 1)         

    

 

4.     Die Gendern-Bewegung entzieht sich mehr und mehr dem demokratischen Diskurs in der Öffentlichkeit: Es wird nicht mehr diskutiert, es wird exekutiert, wenn nötig, auch diskreditiert. (Abschnitt 1)

 

 

5.   Die Gendern-Bewegung besitzt weder eine widerspruchsfreie Theorie noch eine valide, zukunftsweisende Praxis. Ihr Sprachverständnis ist eindimensional, verabsolutiert und überbewertet den Einfluss von Sprache. Sie blendet den entscheidenden Faktor bei Begriffsbildung und Sprachentwicklung aus: die aktive Auseinandersetzung mit der Realität. (Abschnitt 2)

 

 

6.   Die Gendern-Bewegung orientiert sich am radikalen „Feminismus“ anglo-amerikanischer Prägung („Differentialismus“). Dieser begreift „weibliche Natur“ als antagonistisch zu „aggressiver Männlichkeit“. Dies führt, mit umgekehrtem Vorzeichen, zu einem dualistischen, patriarchal geprägten Geschlechterbild zurück. (Abschnitt 3)

 

 

7.   Solcher Geschlechter-Dualismus spaltet die Gesellschaft, überlagert reale Konflikte mit Geschlechterkampf-Attitüde und befeuert Diskriminierung durch „Cancel Culture“. (Abschnitt 3)

 

 

8.   Äußere Feindbilder nach innen zu tragen, sie auf Menschen anzuwenden, die nah und jederzeit verfügbar sind, dies wird vor allem in Krisenzeiten zum Einlasstor für totalitäre Ideologien. Dies fördert Verschwörungstheorien, mit der Tendenz, sich in einer „Filterblase“ einzuschließen und eine Art Kulturkampfatmosphäre zu schaffen.

 (Abschnitt 3)

 

 

9.   Die Gendern-Ideologie versieht jegliches Sprechen und Schreiben mit einem polarisierenden Subtext sexistischer Art. Sie macht so sachliche Darstellung unmöglich, wie auch die klare Trennung von Nachricht und Kommentar.

Seriöser Journalismus ist so mit Gendern-Praxis unvereinbar. Diese in Übereinstimmung bringen zu wollen, das verhält sich wie die Quadratur des Kreises. (Abschnitt 4)

 

 

10.  Gendern-Praxis im Journalismus stellt Gendern-Kritik regelmäßig in das Framing engstirnig-bornierter, rückwärtsgewandter Hetze. Sie präsentiert so Gendern-Fans als Dauer-Opfer und Gendern-Kritiker als Dauer-Täter, als Repräsentanten einer gegenüber Frauen und Minderheiten intoleranten Machowelt. (Abschnitt 4)

 

 

11.  Genderneutrale Ansprache resultiert in bestimmten dienstlichen Bereichen (z.B. bei Stellenausschreibungen) aus dem Gleichbehandlungsgebot. Insofern ist sie erforderlich. Auch bei freiwilligen Zusammenschlüssen (etwa Gewerkschaften) und Verlautbarungen mit begrenzter Reichweite ist Abweichung von sprachlicher Norm denkbar, sofern Konsensbildung möglich ist und das Toleranzgebot respektiert wird. (Abschnitt 5)

 

 

12.  Öffentlich-rechtliche Medien handeln im Auftrag der Allgemeinheit und sind dieser gegenüber verantwortlich. Sie haben keine Legitimation zu propagandistischer Verbreitung von Gruppen-Interessen via Gendern. Dies bevormundet die Adressaten, die keine Einflussmöglichkeit haben, und verletzt Persönlichkeitsrechte. (Abschnitt 5)

 

 

13.  In staatlichen Institutionen (wie Schulen und Universitäten) stellt Gendern-Zwang aufgrund von Abhängigkeitsverhältnissen einen Machtmissbrauch dar, der nicht zu verantworten ist.  (Abschnitt 5)

 

 

14.  Mit der Behauptung eines „Rechts auf Sichtbarkeit“ durch Gendern-Promotoren (Anatol Stefanowitsch) wird Respekt vor Minderheiten (wie der LGBTQ-Community) nicht befördert. Diese werden vielmehr missbraucht, um eigene Defizite und Widersprüche zu verschleiern. (Abschnitt 5)

 

 

15.   Das von der Gendern-Bewegung postulierte „Recht auf Sichtbarkeit“ wird zum Dauerzwang für alle Menschen, sich in polarisierender Weise pro oder kontra Gendern zu positionieren. Ihr „Recht auf Unsichtbarkeit“ und auf „informationelle Selbstbestimmung“ wird verletzt. (Abschnitt 5)

 

 

16.  Die Gendern-Bewegung schädigt den offenen gesellschaftlichen Diskurs und den demokratischen Prozess der Willensbildung. Sie entwickelt sich zur Anti-Aufklärung, erweist sich in ihrer Praxis als antidemokratisch.  (Abschnitt 5, 7)

 

 

17.  Zirkelschlüssige „Assoziationstests“ unter Laborbedingungen und mit statistischen Methoden sind kein Beleg für die Validität der Gendern-Theorie. Es liegen Ergebnisse vor, welche der Gendern-Theorie widersprechen und die ihre Seriosität in Frage stellen. Diese finden aber erkennbar bewusst keine Berücksichtigung. (Abschnitt 6)

 

 

18.  Mit dem Anspruch, „Diskriminierung“ zu verhindern, eliminiert die Gendern-Praxis in großer Zahl maskulin kodierte nominale Ableitungen von Verben (wie „Forscher“) aus dem Sprachgebrauch, um sie durch vermeintlich „bessere“, „genderneutrale“ Partizipien (wie „Forschende“) zu ersetzen. Dies ist linguistisch in keiner Weise legitimiert.

Es führt im Gegenteil zu Trivialisierung und neuer Diskriminierung. (Abschnitt 7)

 

 

19.  Ideologisch begründete Gendern-Praxis schlägt um in Zerstörungswut gegen Sprache, deren langfristige Schäden für Sprachsystem und kulturelle Entwicklung noch gar nicht absehbar sind. Willkürliche Eingriffe in Lexik und Grammatik ohne Analyse der Folgen beeinträchtigen das Sprachsystem, insbesondere in Hinblick auf Literatur und Philosophie. Die Gendern-Praxis initiiert so eine in der Sprachgeschichte noch nicht bekannte Rückentwicklung des Deutschen als „Kultursprache“.     (Abschnitt 7)

 

 

20.  Die Gendern-Bewegung, die „sensible“ Sprache zu pflegen vorgibt, führt in Wirklichkeit zu erschreckender Unsensibilität, zu logischem Unsinn, zu Verarmung der Sprache und auch zu Beleidigung ganzer Menschengruppen. (Abschnitt 7)

 

 

21.  Das Scheitern der Gendern-Bewegung ist aus historischer wie linguistischer Sicht unabdingbar: Nie in der Geschichte hat sich eine „Sprachreform“ auf Dauer durchgesetzt, die dem Grundprinzip der Sprachökonomie massiv zuwiderläuft und auch für Sprache eine historische Rückentwicklung darstellt. (Abschnitt 7)

 

 

22.  Die Gendern-Bewegung liefert in ihrer politischen Naivität rechtsnationalistischen Kreisen das benötigte Dauer-Wahlkampfthema. Diese benutzen es, um einerseits linke Parteien zu spalten und andererseits, über die Gendern-Frage weit hinausgehend, um politische Restauration und generelles Roll-Back einzuleiten. Die Gendern-Bewegung erweist sich so ungewollt als zuverlässige Helferin rechter Politik.

(Abschnitt 8)

 

 

23.  Die Gendern-Bewegung ist in linguistischer, politischer wie historischer Hinsicht als Verirrung anzusehen. Die evt. gravierenden politischen Folgen für den Zusammenhalt der Gemeinschaft sind, insbesondere zu Zeiten der Krise, noch gar nicht absehbar.

 


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