Werner Engelmann
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 Thema:

                 Rollenklischees hinterfragen

                   - Ist Gendern die Lösung?

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Ordnung: letzter Kommentar zuerst, Bezug direkt darunter

 

 

Hinweis:   

Dieses Diskussionsforum dient der sachlichen Auseinandersetzung mit der Problematik. 

Es beabsichtigt eine vertiefte Einsicht in die Komplexität des Problems wie auch in ideologische Vorgaben sowie Auswirkungen des Konzepts des "Genderns". Dazu gehört insbesondere die in diesem Konzept angelegte Spaltung der Sprachgemeinschaft, die durch Polemik von beiden Seiten noch vertieft wird.

 

Beiträge mit erkennbarer ideologischer Instrumentalisierung, insbesondere mit rechtsradikaler Tendenz, werden nicht veröffentlicht.  

 

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Vorankündigung:

 

- Von Luise Pusch, Autorin von "Das Deutsche als Männersprache" (Kritik unter: Zum Problem des Genderns) und einer "Mentorin" der "Gendern"-Bewegung liegt eine weitere (teils polemische) Stellungnahme vor: https://www.genderleicht.de/luise-f-pusch-und-der-genderstern/

Eine Auseinandersetzung damit erfolgt demnächst an dieser Stelle.

 

- Eine Dokumentation von Einzelfällen grammatischer Unkorrektheiten bzw. inhaltlicher Unklarheiten beim "Gendern" (entnommen aus Tageszeitungen) ist in Vorbereitung.

Ergänzende Beispiele von Gästen werden nach Einsendung über das Kontaktformular (Eingangsportal "FR-Forum") berücksichtigt.

 

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Auszüge aus Diskussionsforen der FR

 

 

August 2021

 

 

Gendern und Fortentwicklung der Sprache

 

 

https://www.fr.de/politik/bundestagswahl-2021-tv-triell-spd-gruene-cdu-twittert-gegen-scholz-ton-wird-rauer-zr-90950835.html#idAnchComments

 

Guest, 31.8.21

Wer hat eigentlich dieses merkwürdige Wort "Triell" verbrochen? "Dreier" klang wohl zu zweideutig?

 

Werner Engelmann - > Guest

Da ist nichts "verbrochen".

Das ist eine logische Bildung analog zum existierenden "Duell", die bereits bestehende grammatische Möglichkeiten der Wortbildung respektiert.

Das funktioniert ganz ähnlich wie bei "Duett", "Terzett", "Quintett" usw. oder bei "Monolog" und "Dialog".
Es benutzt bereits bestehende grammatische Möglichkeiten der Wortbildung, respektiert also innere Gesetzmäßigkeiten der Sprache.
Der (bisher) für den Duden wegweisende Sprachwissenschaftler Hans Glinz bezeichnet diese als "innere Form des Deutschen". (Vorwort von Paul Grebe zur 4. Auflage des Grammatik-Dudens, 1959)

So erweist sich auch eine sinnvolle Weiterentwicklung der Sprache und richtiges Sprachverständnis, das dem grammatischen System der Sprache nicht dezisionistisch bestimmte ideologische Sichtweisen aufpfropft (unabhängig davon, wie berechtigt diese erscheinen mögen).

Also ein positives Gegenbeispiel zu dem, was einem von manchen Gendern-"Spezialisten" als vermeintliche "Weiterentwicklung  der Sprache" zugemutet wird.

 

 

 

 April 2021

 

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Artikel:

https://www.fr.de/meinung/kommentare/robert-habeck-gruene-annalena-baerbock-kanzler-kfrage-bundestagswahl-90470947.html

K-Frage der Grünen: Habeck, der traurige Held

22.04.2021

von Stephan Hebel

 

Kernaussage:

"Eine männliche Form der „Heulsuse“ muss her. Kein Geringerer als Robert Habeck hat dafür gesorgt, dass daran kein Weg mehr vorbei führt.

 

Bezug zu Kommentar:

Guest:

"also, ich finde es sehr ungerecht, wenn der Herr Habeck hier als "Heulsuse" abqualifiziert wird. Genauso würde ich im umgekehrten Falle argumentieren, wenn die Frau Baerbock als solche dargestellt würde."

 

Werner Engelmann, 24.4.2021

 

Ich stimme Ihnen völlig zu.

Sie haben offenbar die Voreingenommernheit richtig erkannt, aufgrund derer sich Herr Hebel hier reichlich verrannt hat.

Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch in der "Beweisführung" völlig daneben:

In keiner der Äußerungen Herrn Habecks kann ich eine Rechtfertigung für eine solch herablassende und arrogante Abwertung als einem von "Selbstmitleid" ergriffenen Menschen oder gar als "Heulsuse" erkennen.
Und unseriös ist es zu unterschlagen, dass derselbe Herr Habeck vorher bei der Nominierung von Frau Baerbock selbst mitgewirkt haben muss.

Herr Hebel liefert aber auch ein klares Indiz, dass es ihm gar nicht um Herrn Habeck geht: "Eine männliche Form der „Heulsuse“ muss her."

Da muss dann Herrn Habeck eins ausgewischt werden, um sich selbst als kämpferischer "Gendern"-Fan und "Feminist" präsentieren zu können.
Und er muss als vermeintlicher "Beleg" herhalten für das vorab gesetzte, verallgemeinernde Postulat vom Deutschen als bloßer Ausdrucksform einer "männerdominierten Gesellschaft".

Entlarvend ist dabei nicht nur Herrn Hebels unkritische Affirmation der von Verallgemeinerungen strotzenden These einer Luise Pusch vom "Deutschen als Männersprache".
Auch deren fragwürdige Methodik wird hier sichtbar, nach der individuelle Menschen lediglich als Verkörperung einer a priori angenommenen Theorie begriffen und beurteilt werden, Nach individuellen Eigenschaften wird gar nicht mehr gefragt. Und schon gar nicht wird versucht, mit dem Urteil auch dem Menschen gerecht zu werden.
Eben das sind Merkmale einer Ideologie.

Es ist auch zu erkennen, in welchem Maße selbst ein ansonsten seriöser Journalist journalistische Sorgfalt vermissen lässt, jegliche Distanz und krtitische Selbstreflexion verliert, wenn er sich erst einmal selbst zum Propagandisten degradiert hat.

 

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Artikel:

https://www.fr.de/meinung/kommentare/friedrich-merz-cdu-union-gendern-laschet-soeder-kanzler-interview-kommentar-90473059.html

 

Friedrich Merz will Gendern verbieten – Platzhirsch im Kampf gegen die eigene Bedeutungslosigkeit

von Sonja Thomaser, 23.04.2021
 
 

Werner Engelmann,

 

Verehrte Frau Thomaser,
Zunächst sei anerkennend hervorgehoben, dass Sie in diesem Kommentar über weite Strecken ein korrektes und durch eine Vielzahl von Äußerungen belegtes Bild
des Politikers Friedrich Merz zeichnen.

Allerdings wird dieser positive Eindruck durch einen reißerischen und einseitig-verfälschenden Titel sowie entsprechende Aussagen am Ende wieder zerstört, betreffend ein Interview von Herrn Merz mit dem "Spiegel" zu verschiedensten Fragen, u.a. zu "Gendern".

Kennzeichnen Sie im Artikel Ihre Einschätzung zu dessen Position noch als Vermutung ("Denn am liebsten möchte er geschlechtergerechte Sprache staatlich verbieten lassen"), so gerinnt dies im Anschluss daran und im
Titel bereits zu einem Faktum: "Friedrich Merz will Gendern verbieten".

Genügend Veranlassung, Ihrer Darstellung die wirklichen Fakten gegenüberzustellen.

Ihre Darstellung zur Frage Friedrich Merz und "Gendern":
(a) "Merz ärgert es nämlich massiv, dass Hochschullehrer:innen und öffentlich-rechtlicher Rundfunk das Recht haben, jeden Menschen anzusprechen."
(b) Merz wolle "sprachliche Entwicklungen in Richtung Gerechtigkeit verbieten".
(c) " Für jemanden der sich darüber entrüstet, dass es eine „Sprachpolizei“ gebe, die die Bevölkerung zum Gendern zwingen will, ist es also völlig unproblematisch, exakt das zu tun, was er der anderen Seite vorwirft -
nämlich Zwang."

Zu den Fakten:
Zu (a/b):
Von bestimmten Vorkämpfern der "Gender-Bewegung", so dem Anglisten Prof. Anatol Stefanowitsch, wird die BEHAUPTUNG aufgestellt, das"generische Maskulinum" sei eine "grammatische Fiktion". (https://www.tagesspiegel.de...

Dieser Einschätzung wird von der Mehrheit der Sprachwissenschaftlern, so dem renommierten Linguistik-Professor Peter Eisenberg, entschieden widersprochen:
"Denn gerade das generische Maskulinum ist eine in
der Sprache tief verankerte, elegante und leistungsstarke Möglichkeit zur Vermeidung von Diskriminierung. (...) Die von den Autorinnen gegebene semantische Charakterisierung des generischen Maskulinums 'Frauen sind mitgemeint' ist inkorrekt."
Und er überführt Herrn Stefanowitsch der Lüge, der in einem Zeit-Interview behauptet hat, "es gebe auf der Höhe des aktuellen Forschungsstandes keine einzige linguistisch fundierte Verteidigung des generischen Maskulinums".
(https://www.tagesspiegel.de...
Er kritisiert zudem entschieden (nicht anders als Herr Merz) etwa von der Berliner Verwaltung und von verschiedenen Universitäten erlassene Anordnungen zum Gebrauch der "Gendersprache": „Es gibt niemanden, der das Recht hat, in eine Sprache einzugreifen“.
(https://www.deutschlandfunk...

Fazit:
Ihre Qualifizierung solcher Verordnungen als "das
Recht" (...), "jeden Menschen anzusprechen" unterstellt zugleich jedem, der eine verordnete "Gender-Sprache" ablehnt, dies nicht zu tun.
Dies stellt eine klare Verfälschung der Fakten und des gegenwärtigen Diskussionsstands dar. Und es wird zu einer propagandistischen Maßnahme verschärft, wenn Sie den Grundwert "Gerechtigkeit" allein auf Gender-Sprachgebrauch projizieren und so Kritikern zugleich unterstellen, "Gerechtigkeit" verhindern zu wollen.

Zu (c):
Die Aussagen von Herrn Merz im genannten Spiegel-Interview werden von Ihnen verfälschend wiedergegeben.
Richtig ist, dass er (1) bei "Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern" als "rechtlich angreifbar" kritisiert, "Prüfungsarbeiten auch danach zu bewerten, ob die Gender-Sternchen verwendet werden oder nicht"
und ebenso am "Recht" des "öffentlich-rechtlichen Rundfunks" zweifelt, "die Regeln zur Verwendung unserer Sprache zu verändern".
Und dass er (2) auf die Frage des "Spiegels", "Wer wollte ihnen das verbieten?" einwendet, "die Regierung Macron (hat) allen staatlichen Institutionen untersagt, die sogenannte geschlechtergerechte Sprache zu verwenden".

Eine explizite Forderung des Herrn Merz, in
Deutschland "geschlechtergerechte Sprache staatlich verbieten lassen" - wie von Ihnen behauptet - ist nicht zu erkennen.
Ein korrekter Umgang mit fremden Aussagen gebietet sich aber für jedermann und auch in Kommentaren.

Zu (1)
Mit der Kritik an verschiedentlichen administrativen
Verordnungen einer "Gender-Sprache" in Deutschland (wie auch aus den Ausführungen oben hervorgeht) steht Herr Merz nicht allein. Und solche Kritik kennzeichnet in keiner Weise "rechtskonservative Reflexzuckungen",
wie nicht nur Sie unterstellen.

Derselbe Anatol Stefanowitsch, der im oben genannten Artikel des Tagesspiegels am 7.06.2018 noch "bescheiden" nur von "einer Daseinsberechtigung" für "alternative Formen" spricht, unterstellt bereits ein
Jahr später Kritikern seiner Behauptungen "Frauenfeindlichkeit" als Motiv und fordert selbst unverhohlen, "nun sei es Zeit, Vorschriften zu
erlassen".
(https://mmm.verdi.de/beruf/...

Zu (2)
Die Behauptungen von Herrn Merz betr. Maßnahmen in
Frankreich sind in der von ihm geäußerten Weise verkürzend und missverständlich, und sie kennzeichnen seine forsche Art, beliebig zu instrumentalisieren.

Der in Frankreich seit Jahrhunderten gewachsene völlig unterschiedliche Umgang mit der eigenen Sprache ist nicht einfach übertragbar.
Hier gibt es explizite Bemühungen um "Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache seit 1631, offiziell von der Académie française wahrgenommen" . (https://www.sprachschach.de...
Seit 4. August 1994 gilt das "Sprachschutzgesetz" („Loi Toubon“), "das den Gebrauch des Französischen in der TV- und Radio-Werbung, im Arbeitsrecht, bei Veranstaltungen oder Kongressen und im Unterricht vorschreibt", darüberhinaus Radiosender verpflichtet, "mindestens 40 % inländische Musik zu spielen". Dieses richtet sich vornehmlich gegen das unkontrollierte Eindringen von Anglizismen in die französische Sprache.
Ein Anwendungsgesetz vom 3.Juli 1996 regelt darüberhinaus die Kontrolle: "Autorité de régulation professionnelle de la publicité" .
"Im Jahr 2017 hatte Edouard Philippe, Vorgänger des heutigen Premierministers Jean Castex, bereits die Verwendung von Gender-Schreibweisen in allen amtlichen Veröffentlichungen verboten."
Nach Stand vom 28.02.21 gibt es den Vorstoß eines
Gesetzesentwurfs von 60 Parlamentariern, der "Staatsbediensteten möglicherweise die Verwendung von Gender-Wörtern im Schriftlichen" verbieten will. (https://www.rtf1.de/news.ph...
Ein generelles "Gendern-Verbot" der "Regierung Macron", wie von Herrn Merz behauptet, gibt es dagegen nicht.

Dazu eine Übersicht: https://www.sprachschach.de...
Einen Überblick über Umgang mit der Problematik in verschiedenen Ländern gibt folgende Website: https://www.jetzt.de/haupts...

Fazit:
Eine gezielte Spaltung der Gesellschaft im Kulturkampfmodus und unter Zuhilfenahme von Geschlechterklischees wird in Deutschland von zwei Seiten, und namentlich auch von führenden Vertretern der "Gendern"-Bewegung, von einzelnen Vertretern in Presse und Rundfunk sowie an bestimmten Hochschulen
betrieben.
Das Magazin "jetzt" bemerkt unter dem Titel "Gendergerechte Sprache hat ein Imageproblem": "Sie ist nicht nur holprig. Sie wird oft auch zu missionarisch verfochten." Und man folgert: "Denn auch, wenn man vom eigenen Standpunkt absolut überzeugt ist, gibt einem das weder das Recht noch die Möglichkeit, ihn auch anderen aufzuzwingen."
(https://www.jetzt.de/haupts...

Dem ist nichts hinzuzufügen. Und es versteht sich, dass dies auch den Verzicht auf verfälschende Darstellung mit propagandistischer Intention bedeutet. Besonders in einer traditionsreichen Zeitung mit liberalem Anspruch, und auch in Kommentaren.

Mit freundlichen Grüßen
Werner Engelmann

 

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Aus dem FR-BLOG
 
 
Die folgende kritische Analyse wurde veröffentlicht auf:
http://frblog.de/lf-20210118/#comment-61233
 
 
Werner Engelmann sagt: 27. Januar 2021 um 18:16

 

@ Anja, 19. Januar 2021 um 17:28
@ Ernst Niemeier, 27. Januar 2021 um 9:08

Zum taz-Interview von Petra Gerster betr. „Gendern“ – Petra Brixel: „Bleiben Sie sich treu!“

 

Liebe Anja,

 

einem Satz von Ihnen würde ich voll zustimmen:
„Wir müssen uns alle mehr Gedanken darüber machen, was wir mit Sprache machen und wen wir meinen oder auch nur mitmeinen.“
Auch stimme ich dem Eindruck zu, dass im Zuge der Diskussion durchaus AUCH ein neues Bewusstsein für Befindlichkeiten anderer entstanden ist, das positiv genutzt werden KÖNNTE. Für das, was daraus von der „Gendern“-Bewegung gemacht wird, sowie ihre „Vorschläge“ gilt das aber ganz und gar nicht.

 

Sich solche – kritischen – Gedanken zu machen ist aber auch angebracht, wenn etwa die Leserbriefschreiberin Petra Brixel, deren Meinung Sie teilen, ihr Plädoyer für radikales Gendern mit dem Aufruf verbindet: „Bleiben Sie sich treu!“

Welche Vorstellung von „Treue“ steckt da dahinter? „Treue“ zu wem? Zu welchem Zweck? Mit welchen Folgen?

 

Als einer, der nun mal der viel gescholtenen Gruppe „alter Männer“ angehört, stellen sich bei einem solch vagen Umgang mit einem zentralen Begriff auch ganz andere, beunruhigende Bilder ein: von Studenten etwa, auf dem Opernplatz in Berlin, tief überzeugt von ihrer „großen“ historischen Mission. Und die, „getreu“ dieser „Mission“, Schriften von Heinrich und Thomas Mann, Erich Kästner, Sigmund Freud, von Tucholsky und Ossietzky und anderen den Flammen übergeben.
Die blieben sich auch „treu“ – in beängstigendem Übermaß sogar.

 

Es versteht sich von selbst, dass diese Assoziation keinen Vergleich beinhaltet. Wohl aber ist dies als Hinweis zu verstehen, dass „sich Gedanken machen“ vorbehaltlos zu erfolgen hat, dass dabei auch der eigene Denkansatz zu hinterfragen ist.

Was zuerst die Erkenntnis beinhaltet, dass eine derart komplexe Problematik nicht mit ein paar Worten abzuhandeln ist. Und dass sich vor allem Verallgemeinerungen und Geschlechterkampf-Attitüden verbieten.
Und dann eine Reflexion darüber, was eigentlich eine „Sprachgemeinschaft“ ausmacht: Diese wird nach Duden von der „Gesamtheit aller muttersprachlichen Sprecher einer Sprache“ gebildet. Was auch bedeutet, dass keiner einzelnen Gruppe das Recht zukommt, die gemeinsame Sprache nach ihren eigenen Bedürfnissen zurecht zu modeln – und seien diese noch so legitim und nachvollziehbar. Das von „Gendern“-Ideologen wie Anatol Stefanowitsch zu dem Zweck beschworene „Recht auf Sichtbarkeit“ gibt es nicht.

 

Im Folgenden sei versucht, einige wesentliche Probleme aus dem Blickwinkel der Sprachgemeinschaft insgesamt aufzuzeigen.

 

Teil 1: Zu problematischen Äußerungen im Interview mit Petra Gerster
(https://taz.de/ZDF-Moderatorin-uebers-Gendern/!5741686/)

 

(a) „Sprache ist ja etwas Lebendiges. Sie verändert sich mit der Gesellschaft.“

 

Eine sicher richtige, im Grunde triviale Äußerung.
Im Kontext einer Rechtfertigung für „Gendern“ ist damit aber auch ein Moment (1) der Unterstellung und (2) der Verschleierung verbunden. Sie suggeriert (völlig zu Unrecht), dass, wer dieses Konzept kritisiert, überhaupt gegen Veränderung sei. Und sie möchte glauben machen, dass „Gendern“ ein Ausdruck von natürlicher Lebendigkeit von Sprache sei.
Das ist grundlegend falsch. Es ist mit einem willkürlichen und massiven Eingriff in das grammatische System verbunden, wozu es, zumindest im Deutschen, in dieser Form keine historische Parallele gibt. Nicht einmal die Nazis, welche bei der propagandistischen Uminterpretation von Bedeutungen und ganzer literarischer Werke (sogar dem „Faust“) zu ihren Zwecken nicht zimperlich waren, haben das grammatische System angetastet.

 

(b) „Um das Thema tobt ein ideologischer Kampf, der vornehmlich von – wie ich vermute – älteren Männern geführt wird.“

 

Dies ist eine höchst problematische Form der Verschleierung mit dem Mittel der Personifikation, vergleichbar mit der „Verschleierungsform“ Passiv:
Dieser „Kampf“ „tobt“ nicht, denn er ist keine Person. Er wird vielmehr bewusst von Menschen (hier z.B. von Luise Pusch) initiiert, inszeniert und z.T. von Gegnern (hier: „ältere Männer“, zum Feindbild erklärt) aufgegriffen, angeheizt und auf die Spitze getrieben.
Solche Ausdrucksweisen bilden die Grundlage von Manipulation, lassen keine Differenzierung, keine selbstkritische Betrachtung zu. Sie haben also in einem kritischen Journalismus nichts zu suchen, dessen Anspruch Klarheit sein muss. Und dazu gehört, Ross und Reiter zu nennen.
Noch mehr gilt das für die folgende Spekulation über diese „älteren Männer“, die von „Angst“ getrieben seien (…), „etwas von dieser Macht an Frauen und ‚andere Minderheiten‘ abgeben zu müssen“. Auf eine solche Ebene von Geschlechterkampfrhetorik begibt sich nur, wem rationale Argumente für den eigenen Standpunkt fehlen.
Es sollte zu denken geben, dass solche Formen verschleierten Sprechens und aggressiver Unterstellung bevorzugt von nationalistischen Kreisen, so zur Diffamierung von Fremden oder Minderheiten, verwandt wird. Man denke auch an die verschleierte Aufforderung eines Donald Trump an seine „Fans“ zum Sturm aufs Kapitol oder an die Goebbels -Rede vom „totalen Krieg“: „Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los!“

 

(c) „Ich selbst hatte nie ein Problem mit dem generischen Maskulinum (…) Aber meine Großnichte, sie ist 20, fühlt sich dadurch diskriminiert.“

 

Woher, fragt man sich, weiß denn Frau Gerster, dass ihr eigenes Gefühl Jahrzehnte lang getrogen habe, währenddessen ihre junge Nichte spontan die wirkliche Wahrheit „fühlt“? Mit welchem Recht schließt sie aus, dass dieses vage „Gefühl“ der Diskriminierung Ergebnis einer gezielten Beeinflussung – etwa einer gezielt verbreiteten Sexualisierung des Sprechens – sein könnte? Hat es in Deutschland nie Versuche gegeben, Jugendliche ideologisch zu beeinflussen und zu bestimmten politischen Zwecken zu missbrauchen?
Und ist es zuvörderst die Aufgabe einer Sprache, „Gefühle“ einzelner Gruppen zu bedienen, sie durch „Sichtbarkeit“ zu befriedigen, und nicht, eine weitgehend reibungslose Kommunikation zwischen ALLEN Mitgliedern einer Sprachgemeinschaft zu ermöglichen?

 

Teil 2: Defizitäre Sprache oder sexualisierter Diskurs im Geschlechterkampf-Modus?

 

Im Gegensatz zu ihren jetzigen Behauptungen entspricht der problemlose Umgang der früheren Petra Gerster mit dem „generischen Makulinum“ dem normalen Prozess des Spracherwerbs in der Auseinandersetzung mit der Umwelt.
So berichtet auch eine Gastautorin der FR, Joane Studnik, – übereinstimmend mit psychologischen und linguistischen Forschungen zum Spracherwerb (Piaget, Wygotski) – von der spontanen Freude eines Mädchens über ihren Sieg über Jungen mit dem Ausruf: „Erster!“
(https://www.fr.de/meinung/kolumnen/experimentieren-ohne-vorschriften-90174084.html)
Ein unverbildetes Kind hat keine Veranlassung, in eine – formal – maskuline Endung männlichen Sexus oder gar männliche Dominanz und weibliches Unterlegenheitsgefühl hinein zu interpretieren.
Defizitäres Gefühl von „Weiblichkeit“ ist nicht in der Sprache enthalten. Sie ist das Ergebnis einer überspitzten Interpretation und einer Sexualisierung der Sprache, des Diskurses und dementsprechend der Wahrnehmung, welche von der „Gendern“-Bewegung betrieben wird.

 

Dieser klassische Rückfall der in Deutschland gegenwärtig den Diskurs bestimmenden „feministischen Linguistik“ in – überholt geglaubte – Geschlechterkampfrhetorik ist keineswegs international anerkannt, sondern isolationistisch. Die hier betriebene „Viktimisierung“ der Frau wird vielmehr auch von Feministinnen, so von der französischen Philosophin und Frauenrechtlerin Élisabeth Badinter, scharf kritisiert: Das Konzept zur endgültigen Überwindung des Patriarchats ist die „Gleichheit der Geschlechter“ in der Realität.
(„L‘ un est l’autre“, 1986, deutsch: „Ich bin Du“; „Fausse Route“, 2003, deutsch: „Die Wiederentdeckung der Gleichheit. Schwache Frauen, gefährliche Männer und andere feministische Irrtümer“, 2004)

 

In extremer Form zeigt sich die Geschlechterkampf-Rhetorik bei der Mentorin der (deutschen) „feministischen Linguistik“, Luise Pusch: „Das Deutsche als Männersprache“ (Suhrkamp, 1991):
Da ruft sie zu einer Großaktion „Rettet das Femininum“ auf: „Wie lässt es sich am besten retten, wiederbeleben und weithin verbreiten? Natürlich durch eine gezielte Allergie gegen das Maskulinum.“ (S.11)
Das ist eine Kriegserklärung an das „generische Maskulinum“ und die deutsche Sprache überhaupt. Und das angesichts der Feststellung des Dudens: „Die deutsche Sprache ist mehrheitlich weiblich – zumindest wenn es nach der mengenmäßigen Verteilung der Artikel geht.“
(Genusangabe-im-Rechtschreibduden https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Die-Verteilung-der-Artikel)

 

Teil 3: Leistung des „generischen Maskulinums“ und Deutsch als Sprache der Philosophie

 

Deutsch ist bekannt und anerkannt als „Sprache der Philosophie“.
Das liegt an der Flexibilität des Wechsels zwischen den Wortarten, insbesondere der leichten und vielfältigen Möglichkeit der Substantivierung von Verben. So ist „das Sein“ in der griechischen Philosophie etwas anderes als „das Seiende“. Und Heidegger fügt dem die Substantivierung eines ganzen Satzes hinzu: das „In-der-Welt-Sein“.
Man versuche, das ins Französische zu übersetzen, um die Leistung der deutschen Sprache zu verstehen!

 

Das „generische Maskulinum“ ist Teil dieses leistungsstarken Systems.
Es ermöglicht, zwei in der Bedeutung sehr verschiedene substantivische Formen etwa aus den Verben „studieren“ oder „forschen“ abzuleiten: Einerseits die „Verlaufsformen“ „Studierende“ und „Forschende“, die, in substantivischer Form, „das im Verb genannte Sein oder Geschehen als ablaufend, unvollendet“ ausdrücken.
(Duden Grammatik, Band 4, 2.Ausgabe 1966, § 1175)
Andererseits (geschlechtsneutrale) Funktionsbezeichnungen wie „Studenten“ und „Forscher“, die als Gruppe durch ihre TÄTIGKEIT von anderen abgegrenzt werden. In keiner Weise wird hier eine durch Geschlecht definierte Gruppe „gemeint“, „mitgemeint“ oder ausgeschlossen. Weil einerseits Verben gar kein „Geschlecht“ in dieser Bedeutung besitzen, und weil andererseits der KONTEXT deutlich macht, dass Funktionsgruppen und nicht konkrete Personen gemeint sind.

 

Dass in einem ganz anderen Kontext die Endungen -en oder -er auch zur Bezeichnung von Maskulina auftauchen, ist hierbei genauso belanglos wie etwa die Tatsache, dass der feminine Artikel „die“ im Plural auch zur Bezeichnung von Maskulina und in mehreren weiteren Funktionen verwandt wird. Dies entspricht schlicht dem notwendigen Prinzip der Sprachökonomie.
Bedeutungen werden von Sprechern wie Hörern aber prinzipiell aus konkreten Sprechakten in konkreten Kontexten erschlossen und nicht aus einem abstrakten grammatischen System, wie Dogmatiker glauben machen wollen. Ein Faktum, das zu den Grundkenntnissen der modernen (strukturalen) Linguistik gehört.

 

Kurz auf den Punkt gebracht:
„Studenten“ oder „Forscher“ sind keinesfalls immer „Studierende“ oder „Forschende“. Ihnen sei auch das menschliche Bedürfnis zugebilligt, gelegentlich auch „Schlafende“ sein zu dürfen. Noch weniger können sie durch die letzteren Begriffe mit völlig unterschiedlicher Bedeutung ersetzt und eliminiert werden.
Noch absurder wird es, wenn „Gender“-Ideologen die Mär verbreiten, eine Studentin könne – da nur „mitgemeint“ – nicht von einem „Studentenwerk“ vertreten werden, wohl aber von einem Unsinnswort wie „Studierendenwerk“. Dies erweist einen erschreckenden Mangel an sprachlicher Sensibilität gerade von denen, die „Gendersensibilität“ auf ihre Fahnen geschrieben haben.

 

Doch nicht nur sie: Selbst die „Deutsche Gesellschaft für Sprache“, die den übrigen „Gendern“-Konzepten äußerst kritisch gegenüber steht, hat gegen „Vermeidungs“-Strategien dieser Art nichts einzuwenden.
(https://gfds.de/standpunkt-der-gfds-zu-einer-geschlechtergerechten-sprache/)
Ein Indiz, in welchem Maße eine zunehmend dogmatisierte Diskussion selbst bei Menschen, die es besser wissen müssten, den Blick verengt und kritische Betrachtung verdrängt hat.

 

Entsprechend sollte man sich das Ausmaß der am Kommunikationssystem derart angerichteten Schäden vor Augen zu halten:
Handelt es sich hier doch nicht um einige Einzelfälle. Vielmehr wird hier der Eliminierung ALLER sinnvollen Funktionsbezeichnungen aus der deutschen Sprache das Wort geredet, um sie durch realitätsverfälschende Partizipialkonstruktionen zu ersetzen: Eine Vielzahl grundlegender sprachlicher Differenzierungen wird so plattgewalzt, mit der Folge der Trivialisierung des Verständnisses, neben dem philosophischen etwa auch im literarischen Bereich – so dieser Missbrauch sich denn durchsetzen sollte.
Ein Kafka mag sich im Grabe herumdrehen: Künftige Schülergenerationen würden unter solchen Bedingungen nicht mehr begreifen können, dass der „Reisende“ Gregor Samsa in seiner Erzählung „Die Verwandlung“ nicht ein x-beliebiger „Vertreter“ ist. Dass er vielmehr die Rastlosigkeit eines Menschseins symbolisiert, das nie an einem Ziel ankommt.
Wo die Begriffe fehlen oder eliminiert wurden, ist ein angemessenes, differenziertes Verständnis nicht mehr möglich.

 

Teil 4: Das „generische Maskulinum“ als Mittel der Verhinderung von Diskriminierung

 

Der wohl renommierteste gegenwärtige Sprachwissenschaftler, Prof. Peter Eisenberg, führt dazu aus:
„Die (…) semantische Charakterisierung des generischen Maskulinums „Frauen sind mitgemeint“ ist inkorrekt. Frauen sind gar nicht gemeint, ebenso wenig wie Männer oder Geschlechtsidentitäten jenseits der binären Norm. Darin liegt gerade das Spezifische des generischen Maskulinums.“
Und er betont:
„Die hier vorgelegte Verteidigung des generischen Maskulinums richtet sich nicht gegen die Verwendung des Deutschen als geschlechtergerechte Sprache, sondern gegen seine Misshandlung und Manipulierung in vermeintlich guter Absicht. Denn gerade das generische Maskulinum ist eine in der Sprache tief verankerte, elegante und leistungsstarke Möglichkeit zur Vermeidung von Diskriminierung.“
(https://www.tagesspiegel.de/wissen/debatte-um-den-gender-stern-finger-weg-vom-generischen-maskulinum/22881808.html)

Und er schließt mit den Worten:
„Wenn wir dafür sorgen, dass es in Zukunft mehr Dirigentinnen, Richterinnen, Pfarrerinnen und Filmemacherinnen gibt als jetzt, tun wir etwas für die Gleichstellung aller in der Gesellschaft. Das soziale Geschlecht vieler Personengruppen wird sich dann verändern, und falsch bewertete Assoziationstests werden überflüssig. Über einen Krieg gegen das generische Maskulinum erreichen wir das mit Sicherheit nicht.“
Nichts anderes meint die französische Feministin Élisabeth Badinter mit „Gleichheit der Geschlechter“ in der Realität, die durch einen radikal sexualisierten Diskurs eher verhindert wird. Und dem ist auch nichts hinzuzufügen.

 

Und so werde ich auch künftig das „Sichtbar-Machen“ nicht eingebildeter Bedürfnisse, sondern berechtigter Sorgen und Interessen, insbesondere von Jugendlichen, nach Kräften unterstützen. Und ich werde – soweit es uns ermöglicht ist – den weiten Weg nach Freiburg, dem Ort meiner Schulzeit, nehmen, um zusammen mit meiner älteren, 88jährigen Schwester und deren Freundin, mit „Fridays for Future“ und vielen jungen Menschen für deren lebenswerte Zukunft zu demonstrieren.

 

Anhang:
Da in einem solchen Kontext nur wenige Probleme exemplarisch aufgezeigt werden können, sei auch auf andere Artikel und Kommentare verwiesen:
Zu Anatol Stefanowitsch (aggressive Diskursstrategie, Forderung, „Vorschriften zu erlassen“, Unterstellung von „Frauenfeindlichkeit“ u.a.:
https://www.tagesspiegel.de/wissen/geschlechtergerechte-sprache-nuetzliche-sternchen-brauchen-keine-amtshilfe/22646438.html
https://mmm.verdi.de/beruf/gendern-frage-von-macht-und-kreativitaet-59523
Weitere differenziertere Analysen finden sich in Kommentaren unter:
https://www.fr.de/meinung/kolumnen/experimentieren-ohne-vorschriften-90174084.html#idAnchComments
https://www.fr.de/politik/duden-gender-neu-sprache-woerterbuch-geschlechter-gerechtigkeit-neutral-forschung-kritik-zr-90161181.html#idAnchComments.

 

Auf meiner Website werden (unter der Voraussetzung der Einhaltung von Urheberrechten und sachlicher Diskussionsebene) Aufsätze und Kommentare zu diesem Thema gesammelt. Die Veröffentlichung fremder Beiträge bedarf der ausdrücklichen Zustimmung bzw. Anmeldung über Kontaktformular. Zugang über Google/bing: Werner Engelmann + FR-Kommentare)

 

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Werner Engelmann - 2.11.2020

 

Kommentar, veröffentlicht auf "Bronski - das FR-Blog":

http://frblog.de/gendern-2/#comment-59914

 

"Es geht um Gerechtigkeit." - Was für ein großes, bedeutungsschwangeres Wort!

Es verweist auf Jahrzehnte lange Kämpfe in der Realität - etwa dem mutigen Kampf der Suffragetten um das Frauenwahlrecht. Doch für die Berechtigung, es - wie hier - auf die Metaebene zu schieben, für die Hoffnung, über Eingriffe in das grammatische System einer Sprache, über Bewusstsein ein neues Sein zu konstituieren, fehlt leider jeglicher wissenschaftlicher wie pragmatischer Beleg.

Nicht nur bei Marx kann man es ganz anders lesen.

 

Nicht anders bei der behaupteten Förderung von "Sensibilität". Uta Liebau hat es blendend ausgedrückt: "In der Flüchtlingsarbeit brauche ich sehr wenig Sprache, aber sehr viel Gesten der freundlichen Zuwendung."

Es ist zu fragen, wo denn diese bekundete "Sensibilität" bleibt, wenn kritisches Hinterfragen - selbst von hervorragenden Linguisten wie Peter Eisenberg - durch die Bank in die (vermeintlich) "rechte Ecke" gestellt, der "Frauenfeindlichkeit" verdächtigt wird. So durch den Antreiber dieser Bewegung, Anatol Stefanowitsch. Und wenn der Gleiche unverblümt äußert, "nun sei es Zeit, Vorschriften zu erlassen" und die lauten Bekundungen, es seien lediglich "Vorschläge", Lügen straft.

(https://mmm.verdi.de/beruf/gendern-frage-von-macht-und-kreativitaet-59523)

- Wenn, wie Annette Kröhler über ARD, ZDF und andere Organisationen resigniert berichten muss: "Diskussionen werden nicht geführt." Exakt das ist auch meine Erfahrung, etwa mit "gendern.de", wo, was sich nicht affirmativ unterordnet, verschwindet oder mit der Lupe zu suchen ist.

- Wenn - neben durchaus brauchbaren Vorschlägen - etwa das Fakewort "Studierendenwerk" empfohlen wird, ohne zu merken, dass es (entsprechend der wirklichen Wortbedeutung) Dauer-"Studierende" gar nicht geben kann. Oder, wenn selbst in der FR (wie Robert Klein berichtet) das Unsinnswort "Mitglieder:innen" auftaucht.

- Wenn - wie viele seriöse Linguisten nachweisen - vermeintliche "sexistische" Sprache durch systematische Sexualisierung (selbst in völlig neutralen Kontexten) "bekämpft" werden soll.

(Vgl. https://www.tagesspiegel.de/kultur/deutschland-ist-besessen-von-genitalien-gendern-macht-die-diskriminierung-nur-noch-schlimmer/26140402.html)

 

- Wenn das (vermeintliche) "generische Maskulinum" zum Feindbild erhoben wird, das doch ganz einfach als Prinzip der Sprachökonomie zu erklären ist, das im Zusammenhang mit dem jeweiligen Kontext auch Differenzierungen und "gerechte" Interpretation zulässt.

Wenn so also ein ganzes grammatisches wie semantisches System durcheinander gewirbelt wird, mit noch unabsehbaren Konsequenzen. Denn die vielen bereits aufgezeigten Widersprüche und unsinnigen Wortbildungen sind nur die Spitze eines Eisbergs.

Und das alles, weil - so Stefanowitsch - "Sichtbarkeit" als oberstes Prinzip der Kommunikation zu gelten habe, und offenbar nicht mehr die Möglichkeit einer differenzierten Verständigung in einer Sprachgemeinschaft. ("Warum Sprachwandel notwendig ist - Der Professor, die Professor, das Professor"-das-professor/26155414.html).

 

Die Herkunft eines solchen missionarischen Eifers ist unschwer auszumachen:

Ersetzt doch die viel gelobte Mentorin der "feministischen Linguistik", Luise Pusch, wissenschaftliches Vorgehen durch Mystifikation. So, indem sie den - vermeintlichen - "Sexismus" "der deutschen Sprache" direkt aus dem Schöpfungsbericht (Genesis, I,27) ableitet, daraus die (bescheidene?) Schlussfolgerung zieht, dass die gesamte deutsche Sprache "zu reparieren bzw. zu therapieren (ist), wie ich es gern nenne".

(Luise Pusch, Hauptsache Gendern, https://www.jetzt.de/hauptsache-gendern/gendern-linguistin-luise-f-pusch-ueber-das-gendersternchen-und-geschlechtergerechte-sprache), https://anschlaege.at/unsere-grammatik-bevorzugt-maenner/).

Wozu sie dann die Großaktion "Rettet das Femininum" ins Leben gerufen hat: "Wie lässt es sich am besten retten, wiederbeleben und weithin verbreiten? Natürlich durch eine gezielte Allergie gegen das Maskulinum." ("Das Deutsche als Männersprache", S.11).

 

In welche fatale Sackgasse und Isolierung sich die deutsche "feministische" Bewegung  (und mit ihr offensichtlich auch weite Teile der Medien) begeben, haben weitsichtige Feministinnen und Feministen längst erkannt. So etwa die französische Feministin Élisabeth Badinter, welche die hier betriebene "Viktimisierung" der Frau scharf kritisiert und vor einer Rückkehr in überholte Rollenmuster warnt. Die auf die Notwendigkeit der "Gleichheit der Geschlechter" in der REALITÄT verweist. ("L' un est l'autre", 1986, deutsch: "Ich bin Du").

Denn: "Der Weg zu Gleichheit ist Gleichheit."

 

Ein Irrweg, der Gräben aufreißt und Nationalisten bestärkt, die sich so hemmungslos als die vermeintlichen "Wahrer des Deutschen" aufspielen können. Der auch positive Ansätze, eine wirklich notwendige Diskussion über sprachliche Sensibilisierung zu Zeiten zunehmender Brutalisierung, vor allem in Online-Medien, verschüttet.

Solche offenen, nicht dogmatisch verengten Diskussionen werden wohl nur noch vereinzelt in bestimmten Medien geführt. So z.B. auch in der letzten Ausgabe des "Freitag" (Ausgabe 41/2020). Oder auch auf mancher Website wie der: Google, FR-Forum + mein Name.

 

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Schreiben an den DUDEN

und andere

 

 

Zu: https://www.fr.de/politik/duden-gender-neu-sprache-woerterbuch-geschlechter-gerechtigkeit-neutral-forschung-kritik-zr-90161181.html

 

Veröffentlicht in:

https://www.fr.de/hintergrund/online-duden-wertet-weibliche-formen-auf-90162387.html#idAnchComments

 

Dazu auch: Artikel und Kommentare zu:

https://www.fr.de/meinung/kolumnen/experimentieren-ohne-vorschriften-90174084.html

 

 

 

An den Duden-Verlag

Redaktion

https://www.duden.de/kontakt

 

                                                                                                           11.1.2021

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

das angekündigte Vorhaben Ihrer Redaktion eines (angeblich) "gendergerechten Online-Dudens" hat mich entsetzt - so wie insbesondere zahllose Menschen, deren Tätigkeit eng mit der Pflege der deutschen Sprache verbunden ist.

In meinem Fall ist das eine über 30jährige Tätigkeit als Mutter- und Fremdsprachenlehrer an 4 verschiedenen nationalen wie europäischen Institutionen und langjährige Unterrichtung junger Menschen aus fast allen europäischen Ländern.

 

Es kann kein Zweifel bestehen, dass Ihr Vorhaben einen Bruch mit der Jahrzehnte alten Tradition des Duden-Verlags darstellt: der deskriptiven Bestandsaufnahme des Deutschen, welche erst die Reputation und die Anerkennung des Dudens als maßgebendes Nachschlagewerk begründete.

Ebenso ist eindeutig, dass die faktische Abschaffung einer gewaltigen Zahl geschlechtsneutraler Begriffe einen massiven normativen Eingriff in das grammatische System bedeutet.

 

Ich verweise in dem Zusammenhang auf das Vorwort zur 1. Auflage der Duden-Grammatik über die  "Aufgabe einer Grammatik unserer Muttersprache, 'die innere Form des Deutschen' bewusst zu machen".  (Paul Grebe, 1. Juni 1959)

Diese primäre Aufgabe Ihres Verlags wird von Ihnen missachtet, wenn Sie Belange der gesamten Sprachgemeinschaft partikularen Interessen und Interpretationen unterordnen, die unter der Vorgabe, "Sexismus zu bekämpfen", in Wirklichkeit eine sachlich unausgewiesene "sexistische Praxis" im Sprachgebrauch verallgemeinern.

(Nele Pollatschek, https://www.tagesspiegel.de/kultur/deutschland-ist-besessen-von-genitalien-gendern-macht-die-diskriminierung-nur-noch-schlimmer/26140402.html)

 

Es gehört zu den Selbstverständlichkeiten, dass, wer in Verantwortung für eine Gemeinschaft steht, die Auswirkungen seines Handelns auf die gesamte Gemeinschaft skrupulös zu überprüfen hat.

Auch diesbezüglich werfe ich Ihnen vor, Ihrer Verantwortung nicht gerecht zu werden.

 

Nach dem renommierten Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg ist "gerade das generische Maskulinum (...) eine in der Sprache tief verankerte, elegante und leistungsstarke Möglichkeit zur Vermeidung von Diskriminierung."

(https://www.tagesspiegel.de/wissen/debatte-um-den-gender-stern-finger-weg-vom-generischen-maskulinum/22881808.html)

Die praktische Abschaffung dieser elementaren grammatischen Kategorie auf definitorischem Weg, durch Gleichsetzung von Genus und Sexus, eröffnet einen fatalen Weg mit unabsehbaren Folgen für die oben genannte "innere Form des Deutschen" und aller Sprecher. So wären künftig zahllose Fälle, welche sich dieser Gleichsetzung widersetzen, aus dem Sprachsystem zu eliminieren resp. der voluntaristischen Forderung anzupassen.

 

Im Folgenden zwei Beispiele für den vorgezeichneten fatalen Weg:

 

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich selbst als "die Lehrkraft" vorgestellt wurde, was mich ebenso wenig störte wie alle anderen Anwesenden.

Haben zahlreiche Wortbildungen dieser Art künftig also aus dem deutschen Wortschatz zu verschwinden? Oder lieber die männlichen Kollegen aus dem Schuldienst, um einem binären - angeblich "gendergerechten" - Weltbild zu entsprechen?

Ich erinnere daran, dass bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts in der Schweiz Männer als für die Unterrichtung von Grundschulkindern als ungeeignet angesehen wurden.

 

In der Konsequenz dieses Weges läge auch, dass die Universalität der Menschenrechte tangiert wäre - hätte man danach doch den Begriff "der Mensch" nicht mehr als adäquat für Frauen anzusehen.  Wäre also, um dieses Weltbild zu retten, die Einsetzung einer Kommission zur Erarbeitung  von "Menschinnen-Rechten" zu fordern?

 

Dies zur Verdeutlichung, wohin die Reise wirklich geht, so man denen folgt, die solchen Vorstellungen frönen.

 

Die Absurditäten, die als Stolpersteine auf dem eingeschlagenen ideologischen Irrweg liegen, sind zahlreich.

Was mich dazu bewegt, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass auch hier eine Umkehr möglich ist.

Aber auch, dass eine Sprachgemeinschaft sich ihr Sprechen nicht auf Dauer von selbsternannten "Tugendwächtern" (oder "-wächterinnen") vorschreiben lässt.

 

Was in diesem konkreten Fall bedeuten würde, dass eine Redaktion, die ihrer gesellschaftlich anerkannten Funktion derart abtrünnig geworden ist, als überflüssig erkannt wird - mit allen entsprechenden Folgen für Ihren Verlag.

 

Mit freundlichen Grüßen

Werner Engelmann

 

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Werner Engelmann - 2.11.2020

 

Ein Kommentar, der auf der Website des "deutschen Journalistinnenbunds"

nicht erscheinen durfte (kommentarlos gelöscht):

(http://www.bzw-weiterdenken.de/2020/05/gendergerechte-sprache-ist-mehr-als-ein-paar-weibliche-endungen/)

 

Zunächst einmal stimme ich Ihnen zu, dass sich die Plattform "gendern.de", was die Empfehlungen angeht, weitgehend auf das sonstige ideologische Hickhack verzichtet. Das kann auch nicht im Interesse von Menschen sein, denen an respektvoller Kommunikation gelegen ist.

Bei genauerem Hinschauen bietet sich allerdings ein anderes Bild: Die Stellungnahmen unter "Aktuelles" sind durchgehend affirmativ, auch unter Projekt/Presseschau werden, von 2 Ausnahmen abgesehen, rein affirmative Positionen, meist nicht kommentierbar, angezeigt. Eine der Ausnahmen ist das von "Redaktionswerk Deutschland", das den Aufruf des VDS, "Schluss mit dem Genderunfug" verbreitet, mit dem sich ein auf Ausgleich bedachter Mensch nicht gemein tun kann.

Es ist also durchaus eine Strategie erkennbar, einerseits Begeisterung vorzugaukeln, andererseits Konfrontation zu fördern und reflektierende Positionen bzw. realistische Alternativen beiseite zu schieben.

Deutlicher wird dies noch am Beitrag "Menschen machen Medien", wo etwa Anatol Stefanowitsch äußert, "nun sei es Zeit, Vorschriften zu erlassen" und die vorgegebene Absicht der "Gendersensibilität" Lügen straft. Und wo er Kritikern pauschalisierend "Frauenfeindlichkeit" unterstellen darf. (https://mmm.verdi.de/beruf/gendern-frage-von-macht-und-kreativitaet-59523).

(Ich habe mehrere der sachlichen und kenntnisreichen Kritiken durchgearbeitet und halte den Umgang damit für unerträglich.)

Als einer mit recht umfassender linguistischer Ausbildung bin ich auch entsetzt darüber, wie kritiklos verbalradikale Positionen wie etwa von Luise Pusch verbreitet werden, die Wissenschaftlichkeit durch Mystifikation ersetzt und sich messianisch berufen fühlt, die (angeblich) "sexistische" deutsche Sprache "zu reparieren bzw. zu therapieren, wie ich es gern nenne". (https://anschlaege.at/unsere-grammatik-bevorzugt-maenner/)

Solch dogmatische Einstellung der "feministischen Linguistik", besonders deren rückwärtsgewandter Versuch der "Viktimisierung" der Frau wird z.B. von der renommierten französischen Feministin Élisabeth Badinter scharf kritisiert. Sie isoliert sich auch von pragmatischeren Formen des Umgangs, etwa in England oder Frankreich.

Eine umfassendere Analyse habe ich auf folgender Website veröffentlicht:

https://www.fluechtlingstheater-kleiner-prinz.de/

 

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Diskussion in der FR, Oktober 2020

 

 

Werner Engelmann ->MartinDietze 26.10.2020

https://www.fr.de/meinung/liebe-leserinnen-und-leser-90072151.html#idAnchComments

 

O.k. Dann übernehme ich mal den Part des "Schelms" mit dem "bösen" Gedanken an einen Faktencheck:

- A propos FR: Kommentarmöglichkeiten gab es da einige (vor allem 9/20), freilich mit über 1-jähriger Verspätung .

- Genderleicht.de startete am 28. 6. 2019, Information von journalistinnen.de dazu (ohne Kommentarmöglichkeit) am 6.6.2020 (!)

- Eine Kommentar von mir mit sachlicher Bestandsaufnahme bei journalistinnen.de ist verschwunden, keinerlei Information

- Kommentare bei FR überwiegend durchaus kritisch, auch bei Frauen (z.B. https://www.fr.de/politik/f... das fehlt bei genderleicht.de völlig: unter "Aktuelles" nur Affirmatives

- Ähnlich bei genderleicht.de, Medienecho, mit 2 Ausnahmen:
Eine davon die Verbreitung des Aufruf des VDS, "Schluss mit dem Genderunfug", mit dem sich ein auf Ausgleich bedachter Mensch nicht gemein tun kann.
Dies zeigt, dass sehr wohl auf Verschärfung des Konflikts sowie Diskreditierung gesetzt wird und vor allem sachliche und abwägende Stellungnahmen verhindert werden.

- Zur Behauptung, es handle sich lediglich um "Vorschläge":
Anatol Stepanowitsch: " nun sei es Zeit, Vorschriften zu erlassen",
über Kritiker: „...bei den meisten steckt Frauenfeindlichkeit dahinter“
(/https://mmm.verdi.de/beruf/...

- Luise Pusch, 2018: "Englisch und Deutsch sind beide sexistisch, aber das Englische ist leichter zu reparieren bzw. zu therapieren, wie ich es gern nenne."
(https://anschlaege.at/unser...

- Bescheidene Frage:
Waren Vorstellungen wie 1000 Jahre Sprachentwicklung auf der Couch der Psychotherapeutin bislang nicht eher Merkmal von Verschwörungstheorie?

Wie sagten Sie doch so richtig: "Ein Schelm..."

 

A propos:
Einen nicht veröffentlichten kritischen Beitrag habe ich in die Analyse auf der Website eingearbeitet, Teil: "Idealistische Sprachauffassung und reale Erfahrungen der Sprachlenkung".
Da die Website auf erstaunlich großes Echo stößt, werde ich weitere Beiträge unter "Zur Diskussion" veröffentlichen.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, nehme ich da auch hilfreiche andere Beiträge auf. So bleibt Wesentliches zur Thematik gesammelt und auch längerfristig zur Einsicht bereit, ohne es wie eine Stecknadel im Heuhaufen aufspüren zu müssen.

 

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MartinDietze ->Werner Engelmann 24.10.2020

https://www.fr.de/meinung/liebe-leserinnen-und-leser-90072151.html#idAnchComments

 

Danke, in der Tat interessant. Leider trifft aber ganz offenbar Ihre Beobachtung (die ich ja auch schon geäußert habe) zu, dass hier eine längst getroffene Entscheidung a posteriori "zur Diskussion" gestellt wurde, also von einer Einbeziehung der Sicht der Leser hier wohl leider keine Rede sein konnte. Das steht auch im Einklang mit der Beobachtung, dass andere Medien, die ähnliche Entschlüsse gefasst haben, hier ganz ähnlich verfahren.

Wie schon erwähnt, ist das in den 1990er Jahren noch entschieden verfolgte Ziel der Mitbestimmung durch direkte Demokratie (wenn es hier natürlich auch nicht um Politik, sondern um die freie Entscheidung sich als linksliberal verortender Mitarbeiter von Privatunternehmen geht) bei vielen leider nicht mehr "in", wenn man sich nicht in der Opposition befindet, ein Schelm, wer böses dabei denkt ;)

 

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Werner Engelmann, 23.10.2020

https://www.fr.de/politik/lasst-uns-spielen-90072416.html#idAnchComments

 

An alle Gender-Fans und alle, die sich damit schwerer tun.

Nun habe ich das Angebot der FR zur Diskussion über "gendergerechte Sprache" begrüßt.
Merkwürdig freilich, dass dieses zu einem Zeitpunkt erfolgte, als die Entscheidungen in den betreffenden Redaktionen bereits gefällt waren. Dennoch habe ich zu Gelassenheit plädiert.
(z.B. im Editorial https://www.fr.de/meinung/l....

Meine Ankündigung einer gründlicheren Analyse, zu der ich mich als ausgebildeter Linguist und Gewerkschafter seit über 50 Jahren verpflichtet fühlte, wollte ich auch durch eine Veröffentlichung auf der Plattform von Verdi.de ("Menschen machen Medien") einlösen.
(https://mmm.verdi.de/beruf/...
Diese wurde vom zuständigen Pressebüro von Verdi unter einem fadenscheinigen Grund abgelehnt, es sei "nicht vorstellbar", dass sie "noch viele Leser erreicht und zur Debatte anstößt".

Der Tenor ist ziemlich eindeutig:
Es darf - im Nachhinein - über das Wie einer getroffenen Entscheidung und den vorgeschriebenen Rahmen ihrer Umsetzung diskutiert werden, nicht aber über das Warum. Und ganz unerwünscht sind Beiträge, die deren Fragwürdigkeit aufzeigen.

Ob das nun für eine Debatte völlig irrelevant sei, mögen interessierte User selbst entscheiden.
Dazu hier der Hinweis auf die Veröffentlichung:
zugänglich auf der Website, Google über "FR-Kommentare, Flüchtlingstheater".

Ich bin selbstverständlich zu Antworten und näheren Erläuterungen unter dieser Kommentarfunktion bereit.

Vorsorglich weise ich darauf hin, dass ich mich von jeglichem Versuch, meinen Beitrag für nationalistische Zwecke zu instrumentalisieren, entschieden distanziere.

 

Nur ein Hinweis:
Die Analyse hat zum Ziel, die Stringenz und Validität des theoretischen Ansatzes der "feministischen Linguistik" unter wissenschaftlich anerkannten Kriterien und Methoden der modernen Linguistik zu überprüfen, und sie kommt zu einem sehr eindeutigen Ergebnis.
Z.B. über folgende "Argumentation" der Mentorin der "feministischen Linguistik", Luise Pusch:
"Sprachsystematisch und von der Entstehung her betrachtet ist es mit dem „-in“ wie mit Eva aus Adams Rippe: Die Frau wird aus dem Mann abgeleitet und hat einen niedrigeren Rang."
Daraus ihre Schlussfolgerung:
"Rettet das Femininum": "Wie lässt es sich am besten retten, wiederbeleben und weithin verbreiten? Natürlich durch eine gezielte Allergie gegen das Maskulinum."

Es sei daran erinnert, dass das angesprochene Projekt mit massiven Eingriffen in das grammatische und semantische System der deutschen Sprache unter dem Motto läuft, "die Genderdebatte zu versachlichen" und sich als Anleitung versteht, "Rollenklischees zu hinterfragen".
Es darf die Frage gestellt werden, ob bzw. in welchem Maß die Leiter/innen dieses Projekts sich selbst an dieses Motto halten.

Als Einstimmung empfehle ich den Wikipedia-Artikel über die französische Feministin Élisabeth Bedinter, besonders den letzten Abschnitt "Feministische Irrtümer". Diese Ausführungen treffen hier in vollem Umfang zu.

 

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