Werner Engelmann
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"Nichts ist gut"

 

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Werner Engelmann, 17.02.2020

 

An:       stefan.stukenbrok@zentralredaktion.news.

 

 

Sehr geehrter Herr Stukenbrock,

 

"Nichts ist gut", schreibt Bascha Mika nach dem fundamentalen Vertrauensverlust von zwei bürgerlichen Parteien. Nicht anders im FR-Forum.

(https://www.fr.de/meinung/thueringen-wahl-fdp-mann-kemmerich-geht-chaos-erfurt-bleibt-13526539.html)

 

Glaubwürdigkeit ist die Währung demokratischer Parteien, aber auch im öffentlichen Diskurs und bei demokratischen Presseorganen. So wie Offenheit und Transparenz.

- Transparenz, die es nicht nötig hat, sich hinter einem anonymen "Community-Team" zu verschanzen, weil ihre Haltung klar und nachvollziehbar ist.

- Offenheit, die nicht demokratischen Diskurs zu verhindern sucht. Weil man zu seinen eigenen Positionen steht und es nichts zu verschleiern gibt. Die begründete Kritik nicht in den Wind schlägt, sie nicht in feiger Weise wegzuwischen sucht. Die diese ertragen kann, weil Kritik und Selbstkritik Grundelemente demokratischen Diskurses sind.

- Glaubwürdigkeit, die den Worten dementsprechende Taten folgen lässt. Durch ernsthaftes Engagement im Sinne von "Verfassungspatriotismus". Voraussetzung für erfolgreiche Abwehr totalitärer Ideologien in pseudo-"demokratischem" Gewande.

 

Hinsichtlich eines jeden der genannten Aspekte ist schwerwiegende Kritik an Ihrem Wirken angebracht.

Sie haben sich entschieden, alle offenen und versteckten Hinweise, Bitten, Warnungen in den Wind zu schlagen, im Forum wie in den an Sie gerichteten Schreiben. Schlimmer noch: Diese Warnungen ungeschehen machen zu wollen, durch wütende Löschungsaktionen alles vor der Öffentlichkeit zu verbergen, was ein kritisches Licht auf Ihr Wirken werfen könnte. - Ein in Zeiten weltweiter Vernetzung lächerliches Unterfangen.

Und Sie haben sich entschieden, statt den Gründen für vielfach geäußerte Sorgen nachzugehen und sie zu reflektieren, lieber engagierten Demokraten, die an die Folgen denken und darauf verweisen, den Fehdehandschuh hinzuwerfen.

Eine Ohrfeige für eine liberale Zeitung von Tradition und mit vielen Verdiensten.

 

Ich habe nicht vor, diese Vorwürfe an Sie und Ihr "Community Team" hier noch einmal genauer zu begründen. Dies ist längst geschehen, differenziert, ausführlich und mit vielen (exemplarischen) Belegen.

Dass in einem "liberalen" Forum User wie Pilze aus dem Boden schießen, die in hämisch-dumm-dreister Weise auf sich aufmerksam machen, Sachbeiträge zur Thematik - sofern nicht wegzensiert - verschwinden und eine Moderation aus den Fugen gerät, all das ist Beleg genug.

Ich füge lediglich der Vollständigkeit halber meine differenzierten Hinweise und Belege zu Ihrer (als "Antwort" verschleierten) Nicht-Antwort vom 28.1. auf mein Schreiben vom 25.1. hinzu. Hinweise, die ich vor nunmehr 2 Wochen abgefasst, aber bewusst zurück gehalten habe, um einer evtl. veränderten Einschätzung eine Chance zu geben.

Doch auch diese Hoffnung wurde enttäuscht.

Exemplarisch sei zudem in beigefügter Dokumentation auf zwei weitere Zensurmaßnahmen verwiesen, welche diese Einschätzungen noch bekräftigen.

 

- Zu Dok. 1:

Wenn ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, da eine rechtsradikale Partei demokratische Grundsätze über den Hebel angeblicher "bürgerlicher" Gemeinsamkeiten auszuhebeln versucht, Überlegungen zensiert werden, die das zugrundeliegende Verständnis beleuchten, dann ist das - ob bewusst oder nicht - Schützenhilfe für rechtsradikale Demokratiefeinde.

(https://www.fr.de/meinung/thueringen-wahl-fdp-mann-kemmerich-geht-chaos-erfurt-bleibt-13526539.html#idAnchComments)

 

- Zu Dok. 2

Und wenn - angesichts üppig fließender Gelder an einen Dreitage-Ministerpräsidenten - der Gedanke einer Spende an die Gedenkstätte Buchenwald der Zensur anheim fällt, wenn Erinnerung an Verantwortung für vergangenes Grauen in einem (ehemals) liberalen Forum keinen Platz mehr haben darf - und dies zu einer Zeit, in der Holocaustleugner und Menschenrechtsverächter sich anschicken, eine "Regierung" nach ihrem Gusto zu installieren, wenn man, um Gehör zu finden, sich ausgerechnet an ein Facebook-Account der AfD wenden muss - dann ist das eine Bankrotterklärung liberaler Traditionen und staatsbürgerlicher Verantwortung.

Ein von Ihrem "Community-Team" nicht nur geduldeter, sondern hofierter User, von dem schon mehrfach die Rede sein musste, hätte dafür (sofern das seinen politischen Interessen entspräche) den "empörten" Ausruf des "Antisemitismus" parat.

(https://www.fr.de/kultur/timesmager/times-mager-herr-kemmerich-haetten-wahl-gehabt-13525596.html#idAnchComments)

 

Dokumentation dient der historischen Klärung und der Absicherung historischen Bewusstseins. Dazu gehört, Verschleierungen und versteckte Interessen aufzudecken. Erkennbar zu machen, welche Aktivitäten sich welchen Interessen andienen. Der billigen Rechtfertigung vorzubeugen, man habe das alles nicht wissen können. Man kann es wissen, wenn man wissen will.

 

Es liegt auf der Hand, dass dieses Forum, durch vorgenannte wie viele andere dokumentierte Vorgänge, nicht nur sich selbst als Ort der Selbstverständigung von Demokraten obsolet macht, sondern auch die FR als traditionsreiches und verdientes, liberales, demokratischen Werten verpflichtetes Presseorgan beschädigt.

 

Wie sagte Frau Bascha Mika doch so treffend: "Nichts ist gut", wenn der demokratische Grundkonsens erst einmal verletzt, wenn die Glaubwürdigkeit zerstört wurde.

Sie trifft den Nagel auf den Kopf.

 

Mit demokratischem Gruß

Werner Engelmann

 

P.S.:    

Vergleichbare Vorgänge zu den beigefügt (bzw. in meinem Schreiben vom 25.1.2020) dokumentierten betreffen mehrere User des FR-Forums und wurden von diesen auch  vielfach beklagt.

Dementsprechend wird vorgenanntes Schreiben auch diesen zugänglich gemacht.

 

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FR-Forum, "removed",

ausgewählte Dokumentation von 2 Fällen

                                           Stand: 7.2.2020 (Vormittag)

 

(1) Bezug: https://www.fr.de/meinung/thueringen-wahl-fdp-mann-kemmerich-geht-chaos-erfurt-bleibt-13526539.html

 

 

Werner Engelmann -> HFF    - Removed

"Zum Begriff "bürgerlich", der von der extremen Rechten als zentraler Kampfbegriff gebraucht wird:

Gibt es da eine Gemeinsamkeit von AfD mit Union und FDP?

Antwort: Ja, im Feindbild von der "Linken", das, in unterschiedlichem Maß, paranoide Züge trägt.

Beispiel AfD:

Im Facebook-Account der AfD ist, in Bezug auf Ramelow, von den "Mauermödern" die Rede.
Fakten:

Den letzten Mauertoten (Chris Gueffroy) gab es am 5.2.1989. Ramelow betrat zum ersten Mal 1992 für längere Zeit den Boden der Ex-DDR, trat 1999 (10 Jahre danach!) der PDS bei.

Der Vergleich beleuchtet die Absurdität, daher der Ausdruck "Paranoia": Bei solchen Menschen scheint über Jahrzehnte in bestimmter Hinsicht jede Wirklichkeitswahrnehmung außer Kraft gesetzt. Politische Einschätzung wird aus selektiven Erinnerungsfetzen zusammengebastelt, Fakten werden nicht zur Kenntnis genommen, eine Abgleichung mit der Realität findet nicht statt.

Grundsätzlich anders ist das bei den "Unvereinbarkeits"-Neurosen gegenüber der Linken (gegenüber Ramelow noch absurder) in Union und FDP auch nicht. Nur etwas gemäßigter.

Hier liegt der Grund für das Geeiere und die Selbstblockade (und Selbstdemontage) bei Union und FDP.

Das ist auch der Ansatzpunkt für die erfolgte Erpressung durch die AfD nach der Gauland-Höcke-Strategie (oder auch freiwillige Unterordnung von Teilen von Union und FDP).
Diese Analyse stimmt auch mit der von Ruprecht v. Polenz überein.

Eine Erpressung, die Union und FDP auf Linke, SPD und Grüne umlenken, um von der eigenen Selbstblockade abzulenken und zu spalten.

Das "Angebot" von AKK an SPD und Grüne in Thüringen ist nur das letzte Beispiel von sich gegenseitig an Lächerlichkeit überbietenden Verschleierungsaktionen.

Fazit:
Gemeinsame Abwehr gegen rechtsextreme Attacken durch demokratische ist so lange bestenfalls individuell möglich, solange die christdemokratisch-liberale Selbstblockade anhält."

 

Hinweise:

- Es ist zu beachten, dass die Einschätzung von einem rechtsradikalen Kommentar auf dem Facebook-Account der AfD ausgeht und sich auf diesen bezieht.

- Die Abenteuerlichkeit der Zensurmaßnahme wird aber auch an weiteren Fakten deutlich:

So kommentieren 2 erfahrene FR-Redakteure (vier Tage später) das Verständnis einer "bürgerlichen Mitte" in ganz ähnlicher Weise:

- "Tatsächlich ist der neue, bei nicht wenigen Wählern attraktive Politikstil von einer zwanghaft-heroischen Machbarkeitsfantasie durchdrungen ..."

(https://www.fr.de/meinung/neue-skrupellosigkeit-politik-13533971.html, Harry Nutt, 11.2.2020)

- "Was entstehen kann, das muss eine auf Humanität und Solidarität, auf Kooperation und gegenseitigen Respekt ausgerichtete Basis dieser Gesellschaft werden. Eine Basis, auf der Menschen sich individuell entwickeln können – nicht eine Mitte, die sie mit Ängsten kleinhält und mit Mythen einnebelt."

(https://www.fr.de/meinung/thueringen-cdu-krise-buergerliche-mitte-mythos-13534043.html, Viktor Funk, 12.2.2020)

 

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Update zu Dok.1 (6.5.2020)

 

Der genannte Kommentar wurde am 6.2.2020, spät abends, gepostet und von Disqus danach als "removed" vermerkt. In einem weiteren Kommentar unter dem Stichwort "'Mitte' und 'bürgerlich' wurde auf diese Sperrung verwiesen ("Einen Einstieg dazu habe ich an dieser Stelle versucht. Klärung von Sachverhalten im kommunikativen Diskurs ist hier aber offensichtlich nicht erwünscht."). Dieser Kommentar wurde von 5 Usern upgevotet.

Nach Hinweisen des Moderators vom 1.5.2020 (fast 3 Monate später!) wurde der Kommentar am 7.2.2020 nachmittags (nicht, wie behauptet, "sofort", sondern nach dieser Einstellung) doch nachträglich zugelassen.

 

 

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(2) Bezug: -> https://www.fr.de/kultur/timesmager/times-mager-herr-kemmerich-haetten-wahl-gehabt-13525596.html

      

Werner Engelmann             - Removed

"Herr Hebel verfasst hier eine Kolumne in Form eines persönlichen Schreibens an Herrn Kemmerich.
Da sollte man doch meinen, dass ein positiver Vorschlag in Form eines persönlichen Schreibens angemessen ist und in keiner Form gegen die Netiquette verstößt. - Von wegen!

Zu den Fakten:

Angeregt durch Herrn Hebel, und in Anbetracht der fürstlichen Vergütung von € 93.000.- für wenige Tage Tätigkeit als Ministerpräsident (1) habe ich in Öffentlichen Schreiben an Herrn Herrn Kemmerich und Herrn Höcke eine dem entsprechende Spende an die Gedenkstätte Buchenwald angeregt.

Das (etwas ironische) Schreiben an Herrn Höcke ist auf dem Facebook-Account der AfD Thüringen einzusehen.

Die Veröffentlichung des Schreibens an Herrn Kemmerich wurde vom "Team der FDP-Geschäftsstelle" und gleichermaßen in diesem Forum unterbunden.

Es ist einzusehen bei W.E., Facebook."


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Fußnote: (1) https://www.fr.de/politik/t..., Update 6.2.2020

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